Die Geschichte und Entwicklung des Neuen Marktes

Die späten 90er Jahre waren die goldenen Zeiten von New Economy und Neuem Markt, doch was verbirgt sich hinter diesen Begriffen?

Allgemein betrachtet, bezeichnet New Economy als „Neue Wirtschaft“ einerseits eine Wirtschaftstheorie, die auf dem Aufkommen und der Verbreitung von Informations- und Kommunikationstechniken bzw. -medien sowie auf Globalisierung basiert und im Gegensatz zur traditionellen Wirtschaft, welche in diesem Zusammenhang auch Old Economy genannt wird, steht. Kennzeichnend für jene sind das Erzeugen, die Verarbeitung und die Verbreitung von Informationen in digitaler Form sowie Kommunikationsmittel, im Vordergrund stehend innovative Ideen, Vernetzung (Verbreitungsmöglichkeiten, Verfügbarkeit / Zugang und Nutzerzahl eines Gutes sind Kriterien für dessen Preisentwicklung) respektive digitale Prozesse. Auch die Herstellung neuer, forschungsintensiver Produkte kann durchaus im Mittelpunkt des Geschäftsbetriebes stehen.

Andererseits wird nicht nur die Wirtschaftstheorie, sondern auch Wirtschaftsbereiche und Unternehmen, die sich auf diese stützen bzw. mit dieser inhaltlich verbunden sind, unter der Bezeichnung New Economy zusammengefasst.

Die Einführung des Neuen Marktes

Der Neue Markt wurde von der Deutschen Börse am 10. März 1997 eingeführt, jedoch 2003 nach anfänglich immensem und rasantem Wachstum und späterem fatalem Einbruch wieder geschlossen.

Die Einrichtung jenes Börsensegments steht in engem Zusammenhang mit dem damaligen Hype um informations- und kommunikationstechnische Lösungen und Unternehmen (New Economy). Vor allem Neugründungen und junge Firmen aus innovativen Zukunftsbranchen – darunter Telekommunikation, Informationstechnologie und Biotechnologie – sollten hiervon profitieren (Geldbeschaffung durch Börsengang – Eigenkapitalfinanzierung).

Nemax und Nemax 50 dokumentierten als Index der „Neuen Technologien“ die Entwicklung auf jenem Teilmarkt. Der Nemax enthielt sämtliche Werte des Neuen Marktes, daher auch die spätere Bezeichnung Nemax All Share bzw. Nemax AS. Der Nemax 50 hingegen wurde Anfang Juli 1999 als Blue-Chip-Index eingeführt und umfasste folglich die 50 größten Werte entsprechend der Marktkapitalisierung (Börsenwert), beispielsweise Bechtle, debitel, Jenoptik, T-Online und freenet. Seinen historischen Höchststand konnte der Nemax 50 mit 9665,81 Punkten am 10. März 2000 verzeichnen. Sein Anfangswert von 1000 Punkten vom 30. Dezember 1997 wird am 30. August 2001 zum ersten Mal unterschritten.

Mobilcom und Bertrandt AG waren die ersten Unternehmen, deren Aktien auf dem Neuen Markt gehandelt wurden, bis Ende des Jahres 1997 sind 17 Firmen gelistet. Zur Glanzzeit des Neuen Marktes waren über 300 Unternehmen, die als zukunftsweisend und wachstumsstark galten, notiert.

Die Probleme der Kursentwicklung

So schnell wie sich einige Werte entwickelten – mancher Titel überzeugte bereits am ersten Handelstag mit einem in die Höhe rasenden Kurs – so rasch vollzog sich auch das Ende des Neuen Marktes.

Im Jahr 2000 wird klar: die (teilweise unrealistischen) Prognosen einiger Unternehmen können nicht gehalten werden und die ersten Listen mit von der Zahlungsunfähigkeit bedrohten Firmen werden öffentlich. Etliche Gesellschaften reagieren auf diese „Todeslisten“ noch mit Dementis, doch schon Mitte September 2000 beantragt das erste am Neuen Markt gelistete Unternehmen seine Insolvenz – der Internet- und Telefonanbieter Gigabell, der bald darauf wegen eines Regelverstoßes vom Neuen Markt ausgeschlossen wird.

Fehlerhafte Prognosen, zuweilen falsche Firmenwerte, Skandale (fingierte Umsatzzahlen, Insidergeschäfte etc.) und strafrechtliche Ermittlungen, das Wechseln einiger Firmen in den Geregelten Markt, weniger neue Börsenzugänge sowie natürlich die sinkenden Kurse – Unternehmen mit einem beständigen Aktienwert von unter einem Euro (Penny-Stocks) bzw. dauerhaften Börsenwerten von unter 20 Millionen Euro respektive insolvente Firmen droht gemäß dem neuen Regelwerk ab Oktober 2001 der Ausschluss vom Neuen Markt (Regelung wird im April 2002 aufgehoben) – und Insolvenzen machen Klein- und Großanleger misstrauisch. Von einer sicheren Geldanlage kann laut money-online.de seit diesem Jahr nicht mehr gesprochen werden. Auch Aktienfonds haben sich in dieser Zeit stark vom Neuen Markt zurück gezogen.

Die daraus resultierende Talfahrt des Neuen Marktes kann nicht gebremst werden und die Kurse sinken weiter, vor allen Dingen nach den Anschlägen des 11. Septembers, die weltweit Kurseinbrüche nach sich ziehen.

Im November 2001 beantragt das erste im Nemax 50 notierte Unternehmen das Insolvenzverfahren. Es handelt sich hierbei um die auf IT-Sicherheit spezialisierte Biodata Information Technology, welche 2000 noch den höchsten Zeichnungsgewinn am Neuen Markt erzielen konnte.

Im September 2002 fallen Nemax AS und Nemax 50 auf 375,13 bzw. 325,45 Punkten und die Deutsche Börse gibt bekannt, dass der Neue Markt geschlossen wird. Zu diesem Zeitpunkt sind noch rund 260 Firmen gelistet. Der 21. März 2003 ist der letzte Handelstag, der Nemax All Share schließt bei 403 Punkten, der Nemax 50 bei 351 Punkten.

Der geregelte nachfolge Markt

Der TecDax wird mit seiner Einführung am 24. März 2003 zum Nachfolger des Nemax 50, er weist 30 der 35 größten Technologietitel aus. Der Nemax 50 wird bis zum 17. Dezember 2004 weiterberechnet. Wer Geld sicher anlegen möchte, der hat auch die Möglichkeit in Werte des SMAX zu investieren. Dieser Nebenwerte Index beinhaltet auch die größeren Technologiewerte, für die sich eine Börsenlistung im geregelten Markt durchaus lohnt.

Endgültig geschlossen wird der Neue Markt am 5. Juni 2003, knapp ein halbes Jahr früher als erwartet, geplant war die Schließung eigentlich zum 31. Dezember 2003. Mit der Einstellung von Neuen Markt und Smax wurden Prime Standard und General Standard geschaffen, rund 800 Firmen, die zuvor im Neuen Markt bzw. Smax notiert waren, wechselten in die beiden neu geschaffenen Segmente. Eine frühere Schließung (zum 5. Juni 2003) konnte durch den raschen Wechsel der betreffenden Unternehmen in den Prime Standard oder General Standard realisiert werden.

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